Nachteile einer Fahrradreise

Nachteile einer Fahrradreise

Wenn wir Leuten erzählen, dass wir mit dem Fahrrad durch Neuseeland fahren, dann werden wir immer mit staunenden Augen angeschaut. Die meisten finden das eine total tolle Idee und würden das auch gerne einmal machen. Allerdings hat das Ganze nicht nur Vorteile.

Hier erfährst du die Nachteile einer Fahrradreise.

Das eine Fahrradreise kein Zuckerschlecken sein würde, war uns eigentlich schon von Anfang an klar. Das allerdings Kleinigkeiten dazu führen würden, dass mir diese Reise meistens keinen Spaß macht, hatte ich wirklich nicht erwartet.

Seit dem diese Idee in die Tat umgesetzt wurde, war ich wahnsinnig skeptisch und zurückhaltend. Aber ich war auch motiviert und wollte den Plan mit in die Tat umsetzten. Denn ich dachte, es wäre eine tolle und einzigartige Idee, ein Land kennen zu lernen. Und ja… es war eine einzigartige Idee Neuseeland kennen zu lernen. Aber am meisten habe ich wohl mich selber kennen gelernt.

 

Mittlerweile habe ich das Fahrrad fahren größtenteils aufgegeben, zumindest in Neuseeland, und wir bereisen die Westküste jetzt mit dem Auto. Denn nach 101 Tagen hatte ich die Schnauze faul. Und das hatte verschiedene Gründe.

Hier ist eine Liste unserer persönlichen Nachteile einer Fahrradreise:

1. Das Gefühl, nicht voran zu kommen
Es wird immer gesagt, dass man ein Land intensiver mit dem Fahrrad kennen lernt, weil man einfach langsamer unterwegs ist und nicht an allem und jedem vorbei rauscht. Auch ich habe das am Anfang wirklich geglaubt. Deswegen haben wir uns unter anderem für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel entschieden.

Aber mal ganz ehrlich… mir persönlich ist es einfach zu langsam. Es liegt vielleicht auch ein bisschen an mir. Wenn ich mehr geübt wäre, könnte ich vielleicht 100 Kilometer jeden Tag schaffen. Aber bei uns war es dann doch eher so, dass wir im Schnitt eher „nur“ 50 Kilometer am Tag gefahren sind.

Ich hatte einfach das Gefühl auf der Stelle zu treten.

Die Landschaft veränderte sich nur wenig und auf der Karte sah das, was man an einem Tag geschafft hat, auch eher lächerlich aus. Aber wie gesagt, Ricardo hatte zum Beispiel nicht das Gefühl. Vielleicht lag es dann tatsächlich einfach an mir.

2. Fahrrad fahren bei jedem Wetter
Auch wenn wir uns an regnerischen Tagen eher ein Plätzchen zum „ausharren“ gesucht haben, ist man doch bei jedem Wetter draußen. Natürlich gibt es Möglichkeiten wie Warmshowers und Couchsurfing, wo man die Tage gut rumkriegen kann. Auch eine kleine Auszeit in der Bücherei kommt an Tagen mit Schmuddelwetter-Garantie bei uns immer in die engere Auswahl.

Aber dann gab es wieder Tage, an denen wir uns im Zelt eingesperrt haben und hofften, dass alles trocken bleiben würde. Und wenn wir dann doch mal von einem Schauer erwischt wurden, dann hatten wir echt Schwierigkeiten, unsere Sachen für den nächsten Tag wieder irgendwie trocken zu bekommen.

Und wer schon einmal in klamme, kalte Sachen schlüpfen musste, weiß was ich meine.

3. Es ist unmöglich alles zu sehen
Ok, es ist sowie so eher unmöglich alles zu sehen. Aber wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist, ist es irgendwie noch schwieriger. Denn an vielen Spots, wie Wasserfälle oder irgendwelche schönen Wanderwege, kannst du dein Fahrrad einfach nicht mitnehmen. Und was macht man dann mit dem Fahrrad und dem ganzen Gepäck? Einfach anschließen und hoffen, dass die nächsten drei Stunden keiner an dein Fahrrad geht? Deswegen fielen viele Sehenswürdigkeiten für uns leider einfach aus.

Einige Sehenswürdigkeiten liegen am Ende einer Straße (meistens einer Schotterstrasse) und man müsste den ganzen Weg dann wieder zurück fahren. Mit dem Auto kein Problem, aber mit dem Fahrrad macht ein Umweg von 30 Kilometern schon viel aus.

4. Immer wieder hatte ich Angst um mein Leben
Na gut, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber die Autofahrer in Neuseeland zum Beispiel machen das Fahrrad fahren leider nicht gerade sicher. Immer wieder hatten wir das Problem, dass Touristen ihr geliehenes Auto bzw. den geliehenen Camper nicht einschätzen können und somit mit Vollgas und wenig Abstand an uns vorbei gerauscht sind.

Aber es sind nicht nur die Touris. Die Truckfahrer sind hier in Neuseeland eigentlich am schlimmsten – sie sind erbarmungslos. Diese sind nämlich nochmal breiter, länger und an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten die sich auch nicht. Es wird nicht einmal für uns Fahrradfahrer gebremst, wenn Gegenverkehr kommt. So wurde ich an einem Tag gleich zweimal unsanft von meinem Fahrrad geholt. Es ist zum Glück nichts passiert, aber ich musste jedes Mal in den rettenden Strassengraben hüpfen. Und das macht wirklich keinen Spaß.

5. Stinkig und klebrig in den Schlafsack hüpfen
Duschen??? Das wird auf so einer Reise wohl überbewertet. Denn Campingplätze sind nicht gerade günstig, zumindest in Neuseeland. Mich hat es wahnsinnig gestört, wenn ich nach einem Tag voller Fahrradfahrerei abends nicht duschen konnte und somit verschwitzt, klebrig und stinkig in meinen eigentlich sauberen Schlafsack schlüpfen musste. Und damit hört das ja nicht auf.

Am nächsten Tag werden dann die stinkigen Radelklamotten wieder angezogen. Denn es macht keinen Sinn, saubere Kleidung anzuziehen, die nach 5 Kilometern eh wieder völlig verschwitzt ist. Trotzdem fühle ich mich wahnsinnig unwohl, wenn meine Klamotten kilometerweit zu riechen sind.

6. Ungesunde und unausgewogene Ernährung
Dieser Punkt gilt wohl eher für Länder, die generell etwas teurer sind, wie Neuseeland oder Australien. Aber wenn du in solchen Ländern mit dem Fahrrad unterwegs bist und dann noch mit kleinem Budget, dann wird halt meistens Nudeln mit Pesto gegessen oder ab und zu dann auch mal Reis. Ach ja… und die Instant-Nudeln dürfen natürlich auch nicht auf deiner Einkaufsliste fehlen. Nur selten gibt es bei uns richtig frisch gekochte Menüs. Denn kühlen kannst du die Lebensmittel unterwegs nicht wirklich. Mal ganz abgesehen von dem Platz, den deine Taschen bieten.

Wie gesagt, das kann in Ländern wie Thailand schon wieder ganz anders aussehen. Denn dort gibt es günstiges Essen an fast jeder Ecke. Und das ist auch noch frisch und gesund.

7. Den Letzten beißen die Hunde
Das betrifft wohl eher diejeniegen, die in einer Gruppe oder als Paar reisen. Denn einer ist immer der Schnellere oder einer ist halt immer der Langsame. In unserem Fall ist Ricardo der Schnellere und zwar ist er fast doppelt so schnell wie ich. Am Anfang kann das ziemlich deprimierend sein, wenn du als Letzter immer nur versuchst, den Vorderen einzuholen. Für mich war es deprimierend und hat wirklich keinen Spaß gemacht. Mittlerweile stört es mich nicht mehr so sehr. Denn ich weiß, dass Ricardo (meistens) auf dem Berg auf mich wartet oder mir sogar schon entgegen läuft und mir hilft, das Fahrrad den Berg hochzuschieben, wenn es mal wieder zu steil ist.

Aber diese ewige Aufholjagd kann einen ziemlich auf die Probe stellen.

Aber natürlich war nicht alles schlecht während unserer Zeit auf dem Fahrrad. Und deswegen gibt es zu dem Artikel „Nachteile einer Fahrradreise“ auch einen Bericht mit den positiven Erlebnissen. Und in anderen Ländern, wie Deutschland oder auch in Europa allgemein, kann es durch die Fahrradwege auch schon wieder ganz anders aussehen. Wir geben das Fahrrad fahren jetzt zumindest noch nicht auf und freuen uns auf das nächste Land, das wir dann mit dem Fahrrad bereisen.

Falls du aber auch schon einmal eine Fahrradreise gemacht hast, dann lass uns gerne in den Kommentaren wissen, was für dich erwähnenswerte Nachteile waren.

Mit Sicherheit haben wir ein paar vergessen.

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