ÄGYPTEN

Mit Polizeibegleitung und Fahrrad nach Kairo

Mit Polizeibegleitung und Fahrrad nach Kairo

Das uns eine Fahrt mit Polizeibegleitung nach Kairo bevorstehen würde, war uns nicht klar. Wir wollten lediglich nach Kairo. Denn nachdem wir unseren Aufenthalt in Dahab um eine Woche verlängert hatten, ging es endlich weiter. Natürlich hätten wir nicht alles an einem Tag fahren können. Denn es sind immer hin knapp 600 Kilometer. Und da wir nun eine Woche weniger Zeit hatten, um nach Kairo zu kommen, ließen wir uns mit einem Shuttle nach Sharm El Shaik bringen. Immer hin: 100 Kilometer weniger zu radeln. Und dann ging es los… die wilde Fahrt. Wir sattelten unsere Räder und nachdem wir noch kurz an der nächsten Tankstelle Wasser gekauft hatten, fuhren wir immer Richtung Norden. Hin und wieder überquerten wir einen Check-Point, aber das war nicht weiter schlimm. Ein paar Fragen mussten wir beantworten, dann ging es auch schon weiter. Bis zu diesem einen Check-Point.

Bis hierhin haben wir gedacht, die Ägypter wären alle freundlich und hilfsbereit. Aber das änderte sich für einen kleinen Augenblick. Wir mussten von unseren Rädern absteigen und unsere Pässe abgeben. Das ist ja alles weiter nicht dramatisch. Als es aber hieß, es würde eine halbe Stunde dauern, wunderten wir uns doch ein wenig. Vor allem, weil wir keinen weiteren Informationen bekamen, was nicht weniger an den fehlenden Sprachkenntnissen beiderseits lag.

Also warteten wir. Eine gefühlte Ewigkeit. Denn wenn es heißt, eine halbe Stunde, dann kann es gut eine Stunde werden. Aber wir sind ja geduldig. Nach einer Weile kam ein Officer – ich nehme an, es war ein Officer, da er seine Pistole ganz lässig in seinem Hosenbund trug – und forderte uns auf, aufzustehen und uns neben unsere Fahrräder zu stellen. Aber in was für einem Ton!!! Er schrie uns geradezu an. Mir ging der Arsch auf Grundeis und mein Herz fing an zu rasen. Wohin wir denn wollen und warum wir ausgerechnet mit dem Fahrrad nach Kairo fahren. Und so schnell er auch auf unserer Bildfläche aufgetaucht war, so schnell war er auch wieder verschwunden. Und wir?? Wir wussten immer noch nicht weiter.

Wir warteten also wieder. Und nach einer Zeit kam ein Polizeiauto. Ein Officer kam auf uns zu, gab uns die Pässe wieder und sagte: „You go.“ Wir schauten uns an, setzten unsere Helme weider auf und fuhren weiter. Es dauerte nicht lange, bis wir realisierten, dass dieses Polizeiauto uns jetzt verfolgen würde. Nur bis wohin?

Polizeibegleitung nach Kairo - Der Einsatzleiter wollte unbedingt ein Foto mit uns.

 

Mit Polizeibegleitung nach Kairo?

Wir radelten weiter unseres Weges. Allerdings fühlte ich mich ziemlich unter Druck gesetzt. Immerhin hat man nicht alle Tage ein Polizeiauto mit drei schwer bewaffneten Beamten im Nacken. Und da Ägypten auch nicht unbedingt das flachste Land ist und ich keine geübte Radfahrerin bin, radelte ich die Berge eben nur mit 4 bis 5 Kilometer pro Stunde hoch. Für ein Auto seeeehr langsam. Zudem war es heiß. Wir hatten um die 30 Grad, wie fast jeden Tag und Schatten… Schatten gab es auch kaum. Nach einer Weile musste ich notgedrungen anhalten. Mein Kreislauf rauschte mal wieder in den Keller. Zum Glück war hier mal ein Baum, der etwas Abkühlung und Schatten spendete. Und das Polizeiauto? Das hielt ebenfalls an, stellte den Motor aus und wartete. Nach knapp einer halben Stunde fuhren wir weiter. Und mit uns die Polizeibegleitung nach Kairo. Ich dachte die ganze Zeit: „Mensch… sind die geduldig. Fahren uns im Schneckentempo bis sonst wohin hinter. Das machen sie nur zu unserer Sicherheit. Sehr lobenswert.“.

Nach einer Weile überholten sie uns und baten uns anzuhalten. Wir schauten uns fragend an und hielten am Strassenrand. Sie fragten uns, ob wir nicht unsere Fahrräder hinten in ihr Fahrzeug schmeißen wollen und sie würden uns dann weiter fahren. Kurze Zeit mussten wir überlegen. Allerdings war es für mich keine Frage. Ich war müde, hatte keine Lust mehr mit dem Fahrrad zu fahren und genervt war ich auch ein wenig. Also, rein mit dem Fahrrädern und ab dafür. Kurze Zeit später hielten wir wieder an. Waren wir etwa schon da? Nein… natürlich nicht. Hier endetet der Zuständigkeitsbereich dieser Officer und das nächste Auto stand schon für uns bereit. Großartig!!! Also Fahrräder wieder raus aus dem Auto, die Taschen wieder anbauen und weiter fahren. Du kannst es dir nicht vorstellen, aber dieses Spielchen hatten wir mit 6!!! verschiedenen Polizeiautos. Das war wahrscheinlich die interessanteste Polizeibegleitung nach Kairo, die ich je hatte. Und hoffentlich auch die einzige.

 

Die Hoffnung auf Freiheit

Wir kamen in eine Stadt. Mittlerweile war es dunkel und wir müde vom Fahrräder ein- und ausladen. In der Stadt Ras Sedr herrschte noch buntes Treiben. Wir wurden neben einer Tankstelle rausgelassen. Hier warteten wieder Polizeibeamte und ein riesiger Panzer stand furchteinflößend direkt neben der Tankstelle. Es hieß, wir könnten dort unser Zelt aufschlagen und wir wären hier sicher für die Nacht. Etwas komisch war es schon. Mitten in einer Stadt auf einem kleinen Stück Bürgersteig sein Zelt aufzubauen. Aber wir wollten schlafen und uns war eigentlich fast egal wo. Während wir unser Nachtlager herrichteten kam ein Officer auf uns zu uns erklärte uns, dass wir hier kein Zelt aufschlagen könnten. Wieder hatten wir eine Menge Fragezeichen im Gesicht. Er wollte unsere Pässe sehen und bot uns etwas zu trinken an. Wir lehnten ab. Wir hatten keine Ahnung, was er von uns wollte. Er hat immer wieder versucht mit uns zu reden, aber auch hier spielten die Sprachkenntnisse eine entscheidende Rolle. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ein Übersetzer. Er versuchte zwischen uns zu vermitteln und erklärte dem Officer, dass wir schlafen wollen um am nächsten Tag weiter nach Kairo zu fahren.

Endlich verstanden sie. Sie organisierten ein Hotel für uns. Aber selbst dorthin wurden wir von einem Officer auf seinem Motorrad begleitet. Und wir durften das Hotel nicht mehr verlassen. Wir mussten sogar sagen, wann wir am nächsten Tag weiter fahren wollen, damit wir wieder begleitet werden konnten.

Als wir so in unserem Hotelzimmer lagen überlegten wir, ob wir uns nicht morgen früh irgendwie aus dem Hotel schleichen könnten. Aber mir war es irgendwie zu heiß. Wir werden den Polizeischutz wohl kaum ohne Grund haben. Also beschlossen wir, dass wir von Ras Sedr mit dem Bus weiter nach Kairo fahren wollen. Das würde uns eine Menge Stress ersparen und die Polizei kann wichtigeren Aufgaben nachkommen, als uns zu begleiten.

Am nächsten Tag wurden wir wie vereinbart von einem Officer abgeholt. Wir erklärten ihm, dass wir nicht mit dem Fahrrad weiter fahren wollen – bzw ich nicht kann – und wir mit dem Bus fahren möchten. Wieder warteten wir. Und dann kam ein Mann mit seinem privaten Kleinbus. Der sollte uns nach Sues fahren. Denn bevor man nach Sues kommt, kommt ein Tunnel, den wir mit den Fahrrädern eh nicht hätten durchfahren dürfen. Unser Privatfahrer ließ uns in Sues am Busbahnhof raus und wir hatten unsere Freiheit wieder. Von jetzt an konnten wir wieder selber darüber entscheiden, wie und wohin wir fahren.

Auch wenn wir selber entscheiden konnten, wohin wir fahren wollen, mussten wir noch irgendwie nach Kairo kommen. Denn immerhin sollte unser Flug nach Auckland in vier Tagen starten. Also blieben wir bei unserer Entscheidung und fuhren am selben Tag noch mit dem Bus von Sues nach Kairo.

 

Nun doch – mit dem Bus nach Kairo

Es war weniger spektakulär als die letzten Tage, aber es war auch ganz gut so. Auf dem Weg nach Kairo blickte ich aus dem Fenster des Busses Polizeibegleitung nach Kairo - Im Bus konnten wir das erste Mal entspannen und uns einfach ausruhen.und sah Dinge, die mich traurig stimmten. Ich wusste, dass Ägypten kein sauberes Land ist, aber das es so schlimm ist, hätte ich mir nie zu träumen gewagt. Hier liegt der Müll wirklich überall. Kinder spielen im Müll, weil sie nichts anderes haben. Ziegen fressen den Abfall, weil sie nichts anderes oder zu wenig bekommen. Am meisten geschockt war ich allerdings von den Hunden. Da ich ein absoluter Tierfreund bin, hat mir das Herz geblutet. als ich diese im Müllhaufen hab sitzen sehen. Kein Wasser. Kein Essen. Kein Zuhause. Entweder sie können sich durchbeißen oder sie enden wie die meisten: verhungern oder verdursten am Strassenrand.

In Kairo selber wurden wir dann an der Mainstation aus dem Bus gelassen. Und auch hier hieß es wieder: ab aufs Fahrrad und ab geht es zur Unterkunft.

Aber bist du schon mal mit dem Fahrrad durch Kairo gefahren???

Es war auf jeden Fall eine aufregende Erfahrung. Wir fuhren 10 Minuten lang durch die Strassen. Vorbei an den Fussgängern. Vorbei an den parkenden und vorbei an den fahrenden Autos. Und alle kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. “Zwei Weiße, die mit ihren vollgepackten Fahrrädern durch Kairo fahren? Spinn` ich denn jetzt?”, so ungefähr sahen die Gesichtsausdrücke aus. Wobei meiner wahrscheinlich ähnlich ausgesehen haben muss. Ich konnte nicht fassen, dass ich so lebensmüde bin. Dennoch war es irgendwie geil und ich war heilfroh, als wir endlich in unserem Hostel ankamen.

Der erste Eindruck von Kairo

Und auch in Kairo konnten wir uns nicht richtig von Dahab verabschieden. Unser Hostel war nämlich das „Dahab Hostel“. Eine kleine, gemütliche Unterkunft direkt im Herzen Kairos. Das Personal war freundlich, das Zimmer und die Badezimmer sauber. Und für 9 Euro die Nacht kann man definitiv nichts dagegen sagen.

Kairo selber hat mir nicht so gut gefallen. Wir waren bloß drei Tage dort und mir persönlich hat es gereicht. Es ist wie viele Großstädte, nur etwas lauter, dreckiger und voller. Als Fussgänger hast du es nicht immer leicht in Kairo. Die Autofahrer fahren einfach. Egal ob die Ampel rot ist oder grün. Wenn eine Lücke in Sicht ist, wird gefahren. Wir haben versucht etwas essbares zu finden, nachdem wir in unserer Hostel eingecheckt hatten. Das war ziemlich tricky… denn in Kairo findet man super viele Fashionläden aneinander gerreiht, aber Restaurants oder Imbissbuden sind schwer zu finden. Nachdem wir eine Zeit lang durch Kairo geirrt sind, sind wir dann endlich fündig geworden. Ein Restaurant mit dem Namen „Abou Tarek“ fanden wir in einer Seitenstrasse. Hier gab es für uns das ägyptische Essen Koshari. Auf den ersten Blick scheint es nichts besonderes zu sein. Eine Mischung aus Nudeln, Bohnen, Reis und ein paar Röstzwiebeln gemischt mit einer Soße aus Tomaten, Limetten und Essig. Simpel aber lecker. Und es war vor allem günstig. Wir haben für zwei Portionen plus zwei Getränke lediglich 50 EGP ~ 2,50 Euro bezahlt. Ich könnte es nicht jeden Tag essen, aber ab und zu ist es wirklich gut.

Unsere weiteren Tage in Kairo vergingen wie im Flug. Wir haben nichts weiter getan und so saßen wir auch schon wieder am Flughafen, um unseren Flug von Kairo über Dubai nach Auckland anzutreten.

Wir sind Tausend fremde Orte

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Mit Fahrrad durch die Wüste von Ägypten

Mit Fahrrad durch die Wüste von Ägypten

Bereits am ersten Tag in Ägypten sind wir völlig geflasht. Geflasht von der Freundlichkeit der Einheimischen, geflasht von der Landschaft und geflasht von dem geilen Wetter.

Aber vor allem sind uns gleich am Anfang die doch relativ guten Strassenverhältnisse hier aufgefallen. Da wir mit Fahrrad durch die Wüste von Ägypten unterwegs sind und dazu noch eine Menge Gepäck mit uns rumschleppen, ist das für uns ein wichtiger Faktor. Negatives ist uns natürlich auch nicht verborgen geblieben. In den Strassengräben fand sich statt Wasser Müll. Und die Strassengräben sind lang. Demzufolge ist dort viel Müll. Aber nicht nur Müll findet hier seinen traurigen Platz. Auch Überreste von Tieren, wie Ziegen oder Strassenhunden, liegen hier in den Strassengräben. Ab und zu mal ein einzelner Knochen, aber auch Schädel haben wir hin und wieder entdecken können.

Auf unserem Weg von Sharm El Shaik, wo wir gelandet sind, nach Dahab, dachte ich, das wäre alles nur ein Traum. Ich… mit dem Fahrrad durch Ägypten? Durch die Wüstenlandschaft ohne ein Fleckchen Schatten? Und dazu noch 30 Kilogramm Gepäck auf dem Gepäckträger? Das kann ja nur ein Traum sein. Aber nein!!! Ist es nicht. Denn wir sind Verrückt genug, um genau dieses auszuprobieren. Und ich kann sagen, dass es sich bisher wirklich gelohnt hat. Wir haben die Landschaft sehen können und sind an dem einen oder anderen Beduinen-Dorf vorbei gefahren. Einmal kamen sogar die Kinder auf uns zugerannt und waren sehr interessiert an uns. Die Verständigung war zwar schwierig und ging nur mit Händen und Füßen. Das einzige Wort, was wir verstanden haben war „Aqua“. Während der kleine Junge das sagte, zeigte er auf sein Dorf. Er wollte uns was von seinem Wasser anbieten. Die Menschen Haben selber nicht viel, aber bieten dir trotzdem etwas an. Sie wollen, dass du dich in ihrem Land wohl fühlst. Wir waren etwas überrascht und wussten gar nicht so richtig, wie wir damit umgehen sollten. Klar, Wasser hätten wir wirklich dringend gebraucht. Unsere letzten Reserven neigten sich so langsam dem Ende zu und die Sonne wurde immer stärker. Es waren mittlerweile schon 31 Grad. Wir lehnten trotzdem ab. Zum einen wollten wir zu diesem Zeitpunkt einfach nur Ankommen und zum anderen waren wir uns bei dem Wasser nicht ganz so sicher. Schließlich ist es nicht unbedingt empfehlenswert, ungefiltertes Wasser zu trinken. Mittlerweile bereu ich unsere Entscheidung. Es hätte dieser Moment sein können, wo wir mal so richtig in das Leben der Beduinen hätten eintauchen können.

In diesem Fall passt das Zitat von Mark Twain mal wieder wie die Faust aufs Auge.

“In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast.”

Danach sind wir noch ein wenig weitergeradelt, bevor wir unsere erste Tour auf dieser Reise abbrechen mussten. Zwar habe ich die Strecke von Sharm El Shaik nach Dahab aufgrund eines kleinen Sonnenstiches nicht geschafft, aber immerhin sind wir bei sengender Hitze 40 Kilometer Richtung Dahab mit Fahrrad durch die Wüste von Ägypten gefahren. Ich bin schon ein wenig stolz auf mich.

Mehr war bei mir körperlich leider nicht drin. Wir riefen eine Verantwortliche des DNX Camps an und wurden auch schon eine halbe Stunde später abgeholt. Mit im Gepäck war Wasser und eine Kleinigkeit zum snacken für uns. Das rettete mir das Leben!

Die Strecke, die wir von Sharm El Shaik aus geschafft hatten, war relativ leicht zu fahren. Wir sind bereits morgens um 6 Uhr losgefahren, da es mittags einfach zu heiß ist, um sich körperlich anzustrengen. Die Strasse ist geteert, zweispurig und hier herrscht kaum Verkehr. Und wenn dann doch mal ein Auto vorbeifuhr, wurden wir nett begrüßt. Entweder durch ein Hupen, ein Winken oder einen Daumen. Bereits am Flughafen wurden vom Sicherheitspersonal gefragt, was wir in Ägypten mit den Fahrrädern vor haben. Und uns wurde so lange nicht geglaubt, bis sie unsere Fahrräder gesehen hatten. Sie fanden die Idee super und wünschten uns eine schöne Fahrt und viel Spaß.

Da ich die Strecke körperlich nicht geschafft habe, wurden wir abgeholt und direkt zu unserer Unterkunft, das Sindbad Camp, gefahren. Natürlich haben wir im Vorfeld nichts gebucht. Aber hier ist alles sehr entspannt und wir haben natürlich ein super Zimmer bekommen. Eigentlich wollten wir das günstigste nehmen, welches nur 8 Euro die Nacht kosten sollte, wir uns das Bad aber mit anderen hätten teilen müssen. Der Inhaber zeigte uns aber eine geile Alternative und ich war hin und weg. Nun zahlten wir 20 Euro die Nacht, hatten unser eigenes Badezimmer und einen absolut geilen Blick direkt aufs Meer. Besser hätte es uns wohl kaum gehen können. Und natürlich sind wir am ersten Abend bereits um 19 Uhr schlafen gegangen. Denn nach über 30 Stunden ohne Schlaf, ohne Essen und 40 Kilometern mit Fahrrad durch die Wüste von Ägypten, waren wir am Ende unserer Kräfte.

Und Ricardo sagte noch: „Wenn wir jetzt ins Bett gehen, sind wir um 3 Uhr in der Früh wieder wach. Wir schlafen doch keine 13 Stunden!“

Doch genau das taten wir.

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7 Highlights in Dahab, die du gesehen haben solltest

7 Highlights in Dahab, die du gesehen haben solltest

Hast du schon einmal von der kleinen Stadt namens Dahab im Süden der Sinai Halbinsel gehört? Wenn nicht… sie ist unbedingt einen Besuch wert. Das ehemalige Fischerdorf hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Urlaubsort entwickelt. Und wir verstehen absolut warum. 

Lies weiter und erfahre, was unsere persönlichen 7 Highlights in Dahab waren.

1. Die Freundlichkeit der Menschen

Sobald du die Stadt betrittst umhüllt dich der Zauber von Dahab. “Hello. How are you?”, “Taxi? Taxi?”, “Where are you from?”, sind wohl die meistgestellten Fragen, die dir entgegen gebracht werden. Leider ist der Wortschatz der meisten Einheimischen darauf beschränkt. Aber dennoch haben wir diese Leute als sehr hilfsbereit und freundlich kennen gelernt. Sie freuen sich, wenn sie ihre paar Brocken Englisch mal wieder austesten können.

2. Eine traumhafte Strandpromenade

Die Strandpromenade von Dahab erstreckt sich über knapp 4,5 Kilometer, die du wunderbar entlang schlendern kannst. Hin und wieder genießt du einen leckeren Mango-Juice in einer der Bars für kleines Geld und kommst irgendwann an der Dahab Lagune an und beobachtest dort die Wassersportler. Oder du bist selbst einer und leihst dir das nötige Equipment aus und los geht die wilde Fahrt auf deinem Board.

Die Strandpromenade ist geschmückt mit vielen kleinen Läden, die zum shoppen von Souvenirs einladen. Da wir mit dem Fahrrad um die Welt fahren, hielt es sich bei uns zum Glück in Grenzen. Aber auch Restaurants, Bars und Cafés laden dich zum verweilen ein. Hier spielt die Zeit keine Rolle. Hier wird die Zeit ganz schnell vergessen.

3. Das Blue Hole

Nur etwa 10 Kilometer nördlich von Dahab liegt das Blue Hole. Hier kommen Taucher und auch Schnorchler voll auf ihre Kosten. Das große Loch im Riffdach des Küstensaumriffs an der ägyptischen Küste misst einen Durchmesser von 50 bis 65 Meter und ist an der tiefsten Stelle bis zu 120 Meter tief ist. Hier leben bunte Korallen, viele verschiedene Fische und sonstige Meerestiere. Wenn du uns schon regelmäßig folgst, dann weißt du sicherlich, dass Ricardo gerne tauchen geht. Und im Vergleich zu Palau ist dieser Tauchspot wohl eher weniger schön. Dafür kostet es hier aber nur rund die Hälfte und ist für erste Taucherfahrungen absolut empfehlenswert.

Auch wenn dieser Ort wirklich wunderschön ist – besonders von oben betrachtet – ist es ein gefährlicher Ort für Taucher. Seit beginn des Tourismus Anfang der 1980er-Jahre sind Schätzungen zu folge etwa 300 Taucher tödlich verunglückt. Das macht diesen Tauchspot vermutlich zu einem der gefährlichsten der Welt.

4. Die Blue Lagoon

Ein Paradies!!! Kristallklares Wasser, welches in einem satten Türkis schimmert und von rustikalen, steinigen Bergen umgeben ist. Das ist die Blue Lagoon. Hier gibt es keine Hotels, kaum Strom und kein fließend Wasser. Etwa eine Stunde nördlich von Dahab lebst du hier in kleinen Hütten, die aus Ästen und Blättern zusammen gezimmert sind. Der einzige Komfort in dieser Hütte ist wohl die Matratze. Hier herrschen die besten Bedingungen für Wind- und Kitesurfer.

Am besten kommst du hier mit dem Boot hin. Entweder von Dahab selber aus oder von dem Blue Hole aus. Dieser Ort ist noch sehr wenig vom Tourismus überrannt und ist wahrscheinlich genau deswegen ein Paradies im sonst so staubigen Ägypten.

5. White Canyon

Der White Canyon liegt mitten in der Wüste. Die Fahrt von Dahab aus dauert etwa 2 Stunden und führt davon eine Stunde lang quer durch die Wüste Sinais. Über die Dünen und vorbei an Büschen und bellenden Straßenhunden. Hin und wieder erblickst du vielleicht eine kleine Oase. Aber sonst ist weit und breit absolut gar nichts. Nur Sand und Berge. Dennoch ist es erstaunlich, wie eindrucksvoll Sand und Berge sein können. Am Canyon selbst ist ein bisschen sportliche Fitness gefragt. In die Schlucht geht es über ein Seil, an dem du dich mehr oder weniger abseilen musst. Von daher sind feste Schuhe unbedingt ein Muss für diesen Ausflug. Ebenso solltest du eine Kopfbedeckung und genügend Wasser dabei haben. Denn in der Schlucht wird es heiß.

Der Canyon besteht hauptsächlich aus Kalk- und Sandstein und hat deswegen seine leuchtend weiße Farbe.

6. Coloured Canyon

Dieser Canyon ist der größere von den beiden. Hier kommen ganz andere Farben ins Spiel, als bei dem White Canyon. Der Weg innerhalb des Canyon ist nur 800 Meter lang, aber sehr beeindruckend. Das Spiel zwischen den Farben der verschiedenen Steinarten entlang der Wände ist atemberaubend. Hier treffen Sandstein, Kalkstein, Granit und kleine Adern von Basalt aufeinander und lassen den Canyon in einzigartigen Farben leuchten.

Beide Canyons kannst du als ein Tagesausflug mit einem kleinen Aufenthalt in einem Beduinendorf mit Tee und Mittagessen für knapp 30 Euro pro Person buchen.

7. Die Preise und das Essen

Last but not least… die Preise und das leckere Essen. Das haben wir wohl in Ägypten am meisten gefeiert. Alles war hier so spott-günstig und es hat richtig Spaß gemacht, Essen zu gehen oder auch Kiten zu gehen. Für ein Essen inkl. für zwei Personen haben wir im Schnitt etwa 10 Euro ausgegeben. Also mit einem Tagesbudget von 15 Euro bist du auf jeden Fall gut dabei. Und es schmeckt einfach immer mega lecker… also hau ordentlich rein 😉

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